Volker Kutscher 
illustriert von
Kat Menschik

MOABIT

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  Die Bauwerke und Kunstdenkmäler
von Berlin
Selman Selmanagić
und das
Bauhaus
von Aida Abadžić Hodžić

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Ingo Schulz
Peter Holz

Sein glückliches Leben erzählt
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S. Fischer Verlag,2017
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Die Villa von der Heydt ist eine der letzten Tiergartenvillen, die die Abrißpläne Albert Speers für die Reichshauptstadt und, wenn auch schwer beschädigt, den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Nach zwei ruhigen Jahrzehnten nahm die Nutzungsgeschichte des 1862 errichteten Gebäudes turbulente Züge an. In den 80er Jahren mietete die chinesische Gesandtschaft das repräsentative Haus und betrieb es wie einen Gasthof. Von Kugelschinken, Haifischflossen, getrockneten Enten und Schwaden von Tabak- und Opiumrauch ist die Rede und dem Dichterblick Theodor Fontanes, an dessen täglichem Spazierweg die Villa lag, verwandelte sich das Wasser des Landwehrkanals schon in die gelben, schweren Fluten des Yang-tse-kiang. Zwischen 1890 und dem Ersten Weltkrieg gewann Karl von der Heydt, ein Enkel des Erbauers, die Villa seiner Familie und dem deutschen Kulturleben zurück und führte in ihr einen der glänzendsten Salons der Berliner Gesellschaft. 1919 gaben die von der Heydts, nach Krieg und Revolution, das schöne Haus auf und der Allgemeine Deutsche Sportverein e. V. wurde neuer Eigentümer. Im Schutz des unauffälligen Namens etablierte sich ein exklusiver Club, dessen Mitglieder in den großzügigen Räumen der abgeschiedenen Villa fast 15 Jahre lang bis 1933 dem Bakkarat- und Pokerspiel frönen konnten. Schon kurze Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im wiederhergestellten Kellergeschoß der wie ausgestorben wirkenden Ruine noch bis in die 60er Jahre hinein Bonbons und Pralinen fabriziert. Das Rettungswerk des zerstörten Hauses begann 1966 mit der Verleihung des Denkmalstatus und wurde 1979 mit dem Wiederaufbau abgeschlossen. Die streng klassizistische Villa mit der auffälligen, vasenbekrönten Attika wird heute als Sitz des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz genutzt. Sie liegt sehr reizvoll unter hohen, alten Bäumen innerhalb eines ummauerten Gartens, in der Calandrelli-Anlage, einem Teil der Aue des Landwehrkanals, die sich hier, zwischen Herkulesufer und Von-der-Heydt-Straße, sichtlich verbreitert. Ein reizvoller und verschwiegener Weg führt zwischen Wasser und Gartenmauer zum benachbarten Bauhausarchiv, von dessen Cafeteria man einen schönen Blick auf die ganze Szenerie gewinnt.

 

 

 

 

Adresse: Von-der-Heidt-Str. 18  10785 Berlin
Verbindung: Bus 129, 341
 
 
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Stand: 05. März 2017