Dorothea Zöbl
Der vergessene Garten der TU Berlin
Architekturrelikte erzählen
von der Geschichte der Stadt

Gebr. Mann Verlag
bei
 
Living the City:
Von Städten
Menschen
und Geschichten


Katalog zur Ausstellung
im
 Flughafen Tempelhof, Berlin

(bis zum 20.12.2020)

 



 



Hans Fallada
Wolf
unter Wölfen
epubli Verlag 2020

bei


   
 

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Gründerzeitmuseum im Gutshaus Mahlsdorf  

Index

Standesamt Charl.-burg

Gründerzeitmuseum 

Villa von der Heydt

Garten Villa Harteneck

Mittelhof
Liebermann-Villa

 

Rosenhochstämmchen rahmen die Freitreppe des Mahlsdorfer Gutshauses. Auf seiner Rückseite erstreckt sich der alte Gutspark mit hohen Bäumen und bunten Blumenwiesen. Bevor Charlotte von Mahlsdorf, Konservatorin, Museumsdirektorin, Dienstmädchen, Autorin, Bundesverdienstkreuzträgerin, Transvestit und als Lothar Berfelde in Mahlsdorf geboren, 1958 hier einzog, stand das nach zahllosen Nutzungen und Umbauten ruinierte Haus kurz vor dem Abriss. Jahrzehnte verwendete Charlotte auf die Wiederherstellung der mehr als 200 Jahre alten Landvilla, und schon nach zwei Jahren eröffnete sie in den ersten Räumen ihr privates Gründerzeitmuseum. In den 70igern wuchs die Sammlung auf 23 komplette Zimmereinrichtungen und zahlreiche Einzelkollektionen. Ihr Kommentar: „Es wäre nichts entstanden, wenn ich kein weibliches Wesen im männlichen Körper wäre. Weil ich als Kind mit Puppenmöbeln spielte, weil ich heute noch Putzfrau bin, weil mir Gründerzeit Spaß macht und weil ich immer einen Haushalt um mich haben wollte: deshalb steht dieses Museum.“ 1995 führte die Sachkennerin und Liebhaberin der Gründerzeit die letzten Besucher selbst durch ihr Museum und übersiedelte wenig später nach Schweden. Verschiedene Umstände, darunter ein Überfall von Neonazis, führten zu diesem Schritt. Die Sammlung wurde von der Stadt gekauft und wird seither von einem Förderverein betreut. Auch ohne die Hausherrin bereitet es Genuss, sich durch die 5 Wohnräume, durch Küche, Waschküche, Dienstmädchenzimmer, Musikmaschinenzimmer und die komplette Einrichtung der Mulackritze führen zu lassen, der letzten Zille-Kneipe Berlins. Jedes Möbelstück spiegelt die Geschichte dieser leidenschaftlichen, 2002 gestorbenen Sammlerin. Ihre hingebungsvolle Liebhaberei und eigenwillige Denkmalpflege, auch gegen den Widerstand der DDR-Bürokratie, klingt hier in zahlreichen Anekdoten nach. Sonntags gibt es ab 14 Uhr in der Mulackritze und bei schönem Wetter auch draußen Kaffee und Kuchen.

 

 

 

 

 

    

Adresse: Hultschiner Damm 333  12623 Berlin
Tel: +49 030 - 567 83 29  Fax: +49 030 - 565 94 873
Verbindung: S5 Mahlsdorf; Bus 398 Hultschiner Damm; Tram 62 Alt-Mahlsdorf
Öffnungszeiten: Mi und So 10-18 Uhr
Homepage: www.gruenderzeitmuseum.de
 
 

Büchertips:

Charlotte von Mahlsdorf:
 
Ich bin meine eigene Frau

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Goodbye to Berlin? 100 Jahre Schwulenbewegung

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Stand: 05. März 2017